Reaktion afrikanischer Bischöfe auf die Erklärung Fiducia supplicans

 

Bischof Martin aus Malawi:

 “Liebe Gläubige, ich möchte nun kurz auf die Erklärung des Heiligen Stuhls mit dem Titel Fiducia supplicans eingehen bzw. darüber reflektieren. … Das ist unsere Einstellung als Bischöfe hier in Malawi, aber auch meine Einstellung, da ich mich an euch, die Gläubigen von Karonga, wende: wir werden die empfohlene Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in dieser Diözese und ganz sicher in unseren Diözesen in Malawi nicht zulassen. Es betrübt mich sehr, dass zum ersten Mal in der Kirchengeschichte ein vom Heiligen Stuhl herausgegebenes und vom Heiligen Vater unterzeichnetes Dokument von seinen bischöflichen Mitbrüdern abgelehnt wird, und zwar öffentlich. Es ist traurig. Die katholische Kirche ist so alt wie das Christentum selbst, und so etwas ist noch nie zuvor passiert. Uns bleibt keine andere Wahl. Wir können nicht zulassen, dass eine derart beleidigende und offensichtlich gotteslästerliche Erklärung in unserer Diözese umgesetzt wird…

Das Dokument Fiducia supplicans fordert uns auf, zwei Personen desselben Geschlechts als Individuen, aber nicht als Paar zu segnen. So werden diese beiden Personen desselben Geschlechts, die in der Nacht zuvor als Paar zusammen geschlafen haben und sich uns als Paar vorstellen, als Einzelpersonen gesegnet, aber sie verlassen unsere Gegenwart als Paar… Wie kann das die authentische Lehre der Kirche unverändert lassen?!

Diejenigen, die von unserer Ablehnung dieses Dokuments wissen, werfen uns vieles vor. Zunächst wird behauptet, dass das Festhalten an den Regeln der Kirche, an der Heiligen Schrift und an der Tradition der Kirche uns daran hindert, unserer Verantwortung als Hirten effektiv nachzukommen. Manche haben uns gesagt, wir sollten bereit sein, bei der Leitung der Ortskirchen neue Wege und neue Verfahren zu erkunden, wie zum Beispiel die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Manche haben behauptet, dass wir in unserem Glauben, in unserer Seelsorge und in der Weitergabe der Glaubenslehre nicht ideologisch starr sein sollten. Darüber hinaus hat man uns dazu gedrängt, unsere Glaubenslehre den ideologischen, sozialen und politischen Veränderungen in der Welt anzupassen, damit der Glaube und auch die Kirche modern seien. Mit anderen Worten: man sagt, dass wir bei der Erfüllung unserer Verantwortung als Nachfolger der Apostel modern vorgehen sollten, um die Menschen zu Gott zu führen. Unsere Antwort auf all diese Anschuldigungen ist eindeutig. Behaltet eure Lügen für sich. Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, auf solche schlechten Ratschläge zu hören und euch mehr als Gott zu gehorchen, denn wir unsererseits können nicht aufhören, den Gläubigen, die uns von Gott durch den Heiligen Vater zur Seelsorge anvertraut wurden, zu sagen, dass sie dem folgen und das tun sollen, was in der Heiligen Schrift und der Tradition der Kirche verwurzelt ist. Allen, die uns solche Ratschläge geben, antworten wir: Wir sind keine Idioten. Wir wissen, was euer Endziel ist, das ich hier nicht erwähnen werde, aber wir nehmen diese Erklärung nicht an.

Unser Appell an unsere beleidigten und empörten Gläubigen lautet wie folgt: Meine Brüder und Schwestern in Christus und ihr alle in der gesamten Diözese, bitte verlasst die Kirche nicht, wie einige von euch angedroht haben, weil ihr euch (durch die Erklärung) zutiefst beleidigt und empört gefühlt habt…“

Erklärung der Bischofskonferenz von Kamerun:

Angesichts semantischer Missbräuche, die darauf abzielen, den Wert der Realität und die wahre Bedeutung der Begriffe Familie, Paar, Ehepartner, Sexualität und Ehe zu verzerren,

angesichts der Welle der Empörung, des Zweifels und der Besorgnis, die die Erklärung Fiducia supplicans zur Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare unter dem Volk Gottes ausgelöst hat,

im Interesse der Menschenwürde und des Heils der gesamten Menschheit in Jesus Christus,

wir, die kamerunischen Bischöfe, erklären einstimmig zum Thema Homosexualität und Segnung „homosexueller Paare“ Folgendes:


1. Im Einklang mit unserer Erklärung zur Homosexualität aus dem Jahr 2013 bekräftigen wir nachdrücklich die Wahrheit der Kirche, der Mutter und Erzieherin, die über die Heiligkeit der sexuellen Identität von Mann und Frau, die als Bild Gottes geschaffen sind (Gen 1,26), über die Würde ihrer Sexualität und über die Ehe, die die Grundlage der Familie bildet, lehrt. Der Mensch ist als Mann und Frau geschaffen: „Als Mann und Frau schuf er sie.“ (Gen 1,26). Dieser unveränderliche Unterschied, der die Grundlage ihrer Beziehung und ihrer Komplementarität bildet, findet seine Erfüllung im Bund der Ehe.


2.
Homosexualität verfälscht und korrumpiert die menschliche Anthropologie und banalisiert Sexualität, Ehe und Familie als Grundlagen der Gesellschaft. … Das ist ein grober Verstoß gegen das Erbe, das uns unsere Vorfahren hinterlassen haben. In der Geschichte der Menschheit hat praktizierte Homosexualität nie eine Weiterentwicklung der Gesellschaft bewirkt, sondern zeigte vielmehr den inneren Zerfall der Zivilisation an. Tatsächlich stellt die Homosexualität die Menschheit gegen sich selbst und zerstört sie.


3.
Die tiefere Identität der Sexualität wird außerhalb der ehelichen Beziehung zwischen Mann und Frau missverstanden, missbraucht und pervertiert. Folglich sind homosexuelle Handlungen nicht „sexuell“, sondern „widernatürliche Handlungen“ (Röm 1,26).


4.
Die Ehe ist eine Institution, die sexuelle Beziehungen und Fortpflanzung zur Gründung einer neuen Familie legitimiert. Es handelt sich um eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, die sich dazu verpflichten, als Paar zu leben, eine Familie zu gründen und in Liebe zusammenzuleben. Homosexuelle Verbindungen sind keine Ehen. Sie verzerren die Bedeutung der Ehe, indem sie sie auf eine unfruchtbare, lustvolle und perverse Verbindung reduzieren: „schändliche Leidenschaften“ (Röm 1,26).


5. Homosexualität ist kein Menschenrecht. Sie ist eine Entfremdung, die der Menschheit schwer schadet, weil sie auf keinem Wert beruht, der dem Menschen eigen ist: Sie ist eine Entmenschlichung der Liebe, „ein Gräuel“ (Lev 18,22). Sie abzulehnen ist keineswegs diskriminierend; es ist ein legitimer Schutz der konstanten Werte der Menschheit vor einem Laster, das zum Gegenstand eines Anspruchs auf rechtliche Anerkennung und heute zum Gegenstand eines Segens geworden ist.


6. Wörtlich bedeutet „segnen“ „gut reden“ (bene-dico). Und „gut davon zu reden“, um durch den Akt des Segnens eines „gleichgeschlechtlichen Paares“ Gnade zu erlangen, wäre gleichbedeutend mit der Förderung einer Wahl und einer Lebenspraxis, die nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden können. Außerdem ist es heuchlerisch, zwischen liturgischen und nicht-liturgischen Kontexten zu unterscheiden, um Segnungen auf gleichgeschlechtliche Paare anzuwenden. Der Akt des Segnens, ob in einer liturgischen Versammlung oder im Privaten durchgeführt, bleibt ein Segnen. Wir erklären daher jede Form der Segnung, ob öffentlich oder privat, die dazu tendiert, „gleichgeschlechtliche Paare“ als Lebensstand anzuerkennen, für nicht konform“.


7. Getreu der beständigen Lehre der kirchlichen Tradition, die homosexuelle Handlungen für in sich nicht in Ordnung und gegen das natürliche Gesetz verstoßend erklärt (KKK 2357), bekräftigen wir, die Bischöfe von Kamerun, unsere Ablehnung praktizierter Homosexualität und homosexueller Partnerschaften.


8.
Daher verbieten wir offiziell jede Segnung von „homosexuellen Paaren“ in der Kirche von Kamerun.


9.
Da Gott nicht den Tod des Sünders will, sondern seine Bekehrung zum ewigen Leben, empfehlen wir denen, die zur Homosexualität neigen, … ihre radikale Bekehrung. Wir fordern sie auch auf, sich von ihrer Opfermentalität abzuwenden, in der sie sich gerne als „Opfer“, „Schwache“ und unterdrückte „Minderheiten“ sehen; um die Gelegenheit zur Bekehrung zu ergreifen, die Gott ihnen in den vielen Ermahnungen Seines Wortes gibt.

 

 

Herunterladen: BKP: War Papst Franziskus ein öffentlicher Ketzer oder nicht? Teil 8