Das Gebet des Heiligen Ephraim für die Fastenzeit lautet: „Herr und Gebieter meines Lebens, gib mir nicht den Geist des Müßiggangs, der Verzagtheit, der Herrschsucht und des leeren Geschwätzes (leerer Gedanken und Tagträume)!“. Das erste Problem ist also geistiger und körperlicher Müßiggang, der zu geistiger Abstumpfung führt, und die Kraft, die in Liebe umgewandelt werden sollte, verwandelt sich in Selbstliebe, Wut, Selbstmitleid, Tagträume und unkeusche Gedanken und Gefühle. Ein altes Sprichwort sagt: „Müßiggang ist die Mutter aller Laster.“ In diesem Gebet beten wir für die Befreiung vom Müßiggang und von drei anderen Geistern, nämlich: Verzagtheit, Herrschsucht oder Selbstliebe sowie von leeren Reden. Tatsächlich beweist unser leeres Geschwätz lediglich, dass unsere Gedanken eitel, weltlich und egozentrisch sind. Daher müssen wir das Übel an der Wurzel packen und unsere Denkweise ändern. Dies ist jedoch keine einmalige Handlung. Unsere weltlichen, eitelen und selbstsüchtigen Gedanken, die uns faul und entmutigt machen, müssen immer wieder im Gehorsam des Glaubens geändert werden.

Anschließend bitten wir im Gebet des heiligen Ephraim um vier Tugenden sowie um den Geist, der dahinter steht:

1) den Geist der Keuschheit,

2) den Geist der Demut,

3) der Geist der Geduld und

4) der Geist der Liebe!

Das Gegenteil von Keuschheit ist Unkeuschheit, das Gegenteil von Demut ist Stolz, das Gegenteil von Geduld ist Ungeduld und das Gegenteil von Liebe ist Selbstliebe, Egoismus, Egozentrik! Wir müssen von der Sklaverei des Geistes der Finsternis, der sich hinter den Lastern verbirgt, befreit werden und uns dem entgegengesetzten Geist öffnen: dem Heiligen Geist, der der Spender aller Gaben und die Quelle der Keuschheit, Demut, Geduld und Liebe ist. Diese vier Tugenden sind eng miteinander verbunden und erfordern im Wesentlichen alle Selbstverleugnung, Verzicht auf unseren eigenen Willen und Selbsthingabe an Christus.

Der wichtigste Schritt, um uns selbst zu verleugnen und unseren Stolz „in die Tasche zu stecken“, besteht darin, uns rechtzeitig unserer Sünden und unserer Vergangenheit bewusst zu werden. Der heilige Ephraim betet: „Ja, Herr und König, gewähre mir, meine Sünden zu sehen und meinen Bruder(oder meine Schwester) nicht zu verurteilen.“ Wie können wir das in die Praxis umsetzen? Jedes Mal, wenn uns jemand betrügt, verleumdet oder uns demütigt, empfinden wir automatisch Wut, Hass oder Selbstmitleid. Angesichts einer solchen Versuchung müssen wir uns sofort an Jesus wenden: „Jesus, Du siehst meinen Zorn und diese Ungerechtigkeit. Dann müssen wir uns an unsere Sünden erinnern – sie sehen -, und beginnen, uns selbst zu demütigen und in die Wahrheit einzutreten. Dann wird der Geist des Stolzes, des Zorns und des Selbstmitleids weichen! Es wäre ein Zeichen des Unglaubens, wenn wir uns von diesem Geist der Täuschung stundenlang quälen lassen und uns dem Selbstmitleid hingeben! Wir müssen lernen, Gott dafür zu danken, dass Er unserem Nächsten erlaubt hat, uns zu züchtigen. Und wenn wir von Selbstmitleid zerfressen werden, sollten wir auf uns selbst verzichten und an die Erniedrigung, Verlassenheit und das Leiden Jesu auf dem Kreuzweg und am Kreuz denken, und dieses Selbstmitleid wird verschwinden!

 

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